Wenn Alltag zu Poesie wird: Vanessa Bahlecke im Interview zum dritten Steglitz Slam

Noch ist die Bühne leer, am 18. Juni findet im Café GM 26 der nächste Steglitz Slam statt. Foto: Stephani Bahlecke

Was zum dritten Mal stattfindet, ist eine Tradition – so heißt es. Dann ist der Steglitz Slam jetzt offiziell eine Tradition, am 18. Juni geht die Poetenschlacht in die dritte Runde. Im Interview verriet Vanessa Bahlecke, die zusammen mit Janna Kienbaum die Veranstaltung organisiert, wie sie auf die Idee kamen, einen Slam in Steglitz zu veranstalten und warum man ihn nicht verpassen sollte.

Der Steglitz Slam findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Ist die Poetenschlacht endgültig in Steglitz angekommen?

Vanessa Bahlecke: Wir veranstalten den Poetry Slam in Steglitz zum dritten Mal, weil die ersten beiden Veranstaltungen für uns und für Steglitz ein großer Erfolg waren. Bisher war das Angebot für diese Art von Veranstaltung in Steglitz noch nicht vorhanden. Angekommen würde ich nicht sagen, da es Bezirke wie Wedding, Friedrichshain oder Kreuzberg gibt, die Poetry Slams regelmäßiger veranstalten. Wir wollen einfach in Steglitz etwas anbieten, das für das ältere aber vor allem auch für das jüngere Publikum gedacht ist, da für letzteres wenig in Steglitz geboten wird.

Wie kamen Sie damals auf die Idee, einen Slam in Steglitz zu veranstalten?

Vanessa Bahlecke: Kurz nach der Gründung des KUNST.RAUM.STEGLITZ. e.V. im Oktober 2014 haben wir, Janna Kienbaum und ich, uns im Verein kennengelernt und aufgrund eines ähnlichen Alters und Sympathie uns entschlossen, etwas für das jüngere Publikum zu machen. Da Janna Kienbaum bereits zuvor bei Poetry Slams in anderen Bezirken war, schlug sie diese Art von Veranstaltung vor. Gemeinsam haben wir dann das Konzept für den Steglitz Slam entwickelt.

Hatten Sie schon Erfahrungen mit anderen Veranstaltungen dieser Art? 

Vanessa Bahlecke: In Bezug auf pivat bzw. durch den Verein organisierte Veranstaltungen nicht. Janna Kienbaum hat Kulturwissenschaften studiert und ich Eventmanagement, so dass ich aufgrund meiner Arbeit täglich mit der Organisation von Veranstaltungen vertraut bin. Aber „privat“ und eigenständig, und im ersten Jahr mit entsprechender Kulturförderung des Kulturamts Steglitz, hatten wir noch keine Erfahrung.

Was muss man mitbringen, um beim Steglitz Slam mitzumachen?

Vanessa Bahlecke:  Wir sind immer auf der Suche nach Poeten, die eigene Texte schreiben, egal ob Lyrik, Prosa oder etwas Humorvolles. Die Slammer haben fünf bis sieben Minuten Zeit, ihre Texte vorzulesen/vorzutragen, ohne Instrumente oder ähnliches. Nur die Stimme, nur der Text. Das Publikum entscheidet durch Applaus. Ansonsten sind wir offen, egal ob Frau oder Mann, jung oder Alt, Erfahrungen oder Newcomer.

Worüber slamen die Künstler bei Ihnen?

Vanessa Bahlecke: In der Regel sind es Geschichten aus dem Alltag, Erfahrungen, Erzählungen. Mal nachdenklich und tiefsinnig, mal humorvoll und aus dem Alltag gegriffen.

Welcher Auftritt der vergangenen Jahre ist Ihnen ganz besonders im Gedächtnis geblieben?

Vanessa Bahlecke: Die Gewinnerin des ersten Steglitz Slam, Susanne Riedel, ist uns am meisten im Gedächtnis geblieben. Zum einen, weil sie die Gewinnerin unserer ersten großen Veranstaltung war und zum zweiten, weil ihre Texte aus dem Leben gegriffen waren und sich zum Teil auf Steglitz auch bezogen. So las sie zum Beispiel über den alltäglichen Frust einer Frau im Fitnessstudio, wenn an den Bildschirmen der Fahrräder nur Kochsendungen laufen.

Warum sollte man den Steglitz Slam nicht verpassen?

Vanessa Bahlecke: Der Steglitz Slam bietet in einem hoffentlich sonnigen Innenhof eines gemütlichen Cafés die Möglichkeit, Geschichten und Texten von Poeten zu hören, dabei genüsslich ein kühles Getränk zu trinken und einen schönen Sonntagabend in geselliger Runde zu haben. Es wird sicherlich wieder viel gelacht und über den eine oder anderen Text noch länger nachgedacht. Er bietet immer wieder eine schöne Atmosphäre, bei der sich Jung und Alt wohlfühlen (so zumindest die Aussage von Besuchern der letzten Jahre).

Das Interview fand schriftlich statt.

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